2te Version der Geschichte


Leute, Leute ich sag’s Euch, ich bin grade dabei einen Intensivkurs Internet zu absolvieren, alles können und wissen in 365 Tagen. Wenn’s mir nicht gefällt, habe ich wenigstens schon mal ein Weihnachtsgeschenk für Schwiegermutter.
Lektion eins Suchmaschinen: Ich weiß nicht, ob Euch bewusst ist, das Google die  Desoxyribonukleinsäure des Suchens ist, quasi das Kikaninchen das Darth Vader aus seinem Helm zieht, wenn er was finden muss. Nehmt das einfache Beispiel  Massenspektrometrie; 89.900 Ergebnisse, hoch wissenschaftlich, und aufschlussreich für alle Fachleute der  Lambdanaht schön gerade gewachsen ist. Ich wollte aber lediglich herausfinden, ob man das Essen darf, jetzt weiß ich zumindest, dass Schweinebraten und Schmalzstullen leckerer sind und deutlich weniger lang im Magen liegen. Apropos Essen, zweites Beispiel Kohlroulade 21.000 Treffer von Menschen die ihre Kochkünste unters Volk bringen wollen. Bei aller Liebe und Freundschaft, wer soll das denn alles nachkochen, mal ganz davon abgesehen, das man sich danach den Kauf eines Furzkissens echt schenken kann. Bemerkenswert war für mich, dass man das Gericht  auch in Singapur kennt, sie dort aber niemand isst. Da stehen nach dem Mikado-Training wohl eher Feldmäuse (Oh Gott muss grad an Schnuppi denken) Clownfisch oder Drache auf dem Speiseplan. Danke, ich übe Verzicht! Unwichtig, ich schweife ab, nächstes Beispiel Legoland Discovery Center Berlin, na das war der Hammer! Über 13.000 Treffer, aber auf den ersten Blick erkannt was Sache ist. Ein Meisterwerk und Balsam für des Surfers Seele, Latte und Tor! Was tut man aber mit den übrig gebliebenen Links, die man zur Beantwortung seiner Frage gar nicht mehr benötigt? Die Träume und Sehnsüchte des Verfassers dämonisch links liegen lassen? Seine Selbstachtung treten wie einen Fußball und damit Entsetzen und Frust hinterlassen? Keine Ahnung, ich werde diese Menschen nie kennen lernen, also Tuch drüber und sich weigern deren Therapie zu bezahlen.
Zum Thema Suchmaschinen bin ich schon ein ganz klein wenig schlauer!  Wenn ich das nächste Mal herausbekommen möchte, ob man für eine Klappkaribik eine Konfigurationsdatei braucht, schau ich einfach nach. Die Zahl der Internetuser ist auf weit über eine Milliarde angestiegen, da werd ich doch von irgendwo her einen Bericht über meine brennendsten Fragen bekommen. Auch wenn viele User (auszugehen von der Weltbevölkerungszahl) Chinesen sind, die mit meiner Suchanfrage zur Buchstabensuppe eher wenig anfangen können bin ich Guter Dinge.
Lektion zwei: soziale Netzwerke: Zugegeben da war ich vor Kursbeginn ein absoluter Backfisch. Ich konnte mir einfach nicht erklären, warum Menschen sich mit dem Namen Feuerzangenbowle, McDrive, Heuschreckenplage oder Schrotthändler bei Facebook oder Twitter anmelden. Inzwischen ist das Ganze schon ein wenig durchsichtiger geworden.
Feuerzangenbowle ist z.B. Susi, die nicht möchte, dass ihr Chef herausfindet, wie sie bekleidet in einen Ritzenflitzer und einem Lollipop im Schnabel aus einer Piratenschatztruhe heraus winkend fotografiert wurde,  um mit einer wohldosierten Portion Sex einen Wettbewerb zu gewinnen. Kleiner Tipp an Susi: Das nächste Mal daran denken, die Glücksfee darum zu bitten Dein Gesicht unkenntlich zu machen, vielleicht klappt dann mit dem Boss und der zu gewinnenden Wii.
McDrive ist eher daran interessiert im Web unerkannt nach Männern zu suchen. Sie benutzt  als Profilbild einen süßen irischen Wolfshund der den Vollmond anheult. Ein Trauerspiel, wer möchte so jemanden kennen lernen? Sommer, Spaß, Sonnenuntergang und Strandkorb-Feeling im Altweibersommer unter Palmwedeln mit jemandem teilen, von dem man ahnt, dass er im echten Leben schon kein Deckelchen erobern konnte.
Heuschreckenplage twittert für ihr Leben gern. Twitter ist etwas für Menschen, die sich in 140 Zeichen ausdrücken können. Mein Ding ist es nicht, eine Pflegebeschreibung für ein Nachtschattengewächs ist deutlich länger, was übrigens auch für den Hahnenfuß gilt. Aber Heuschreckenplage, schreibt kurze Sätze wie; @Bobby-car Migräne jetzt besser, oder @Versicherung, hatte eine Kernfusion, bitte um Schadensregulierung. Was glaubt ihr wird Versicherung machen? Überlesen, ganz klar, funktioniert wie im echten Leben, Nachricht ist verschollen. Da muss man kein Orakel sein, um zu wissen, dass man Versicherung auch auf Twitter nicht Vertrauen darf. Vom Felsen in der Brandung ist auch hier nichts zu spüren. Nett ist auch, wenn er an seine Kinder schreibt @Heuschreckenplagenkids (da ist schon die Hälfte der Zeichen vertan) Bringe Süßigkeiten Krümel-Schokolade zum Kakao mit Sahne mit.
Da lob ich mir die Erinnerung an meine Kindheit, wenn meine Eltern mit mir im Regen am Tunnelausgang standen, mit der Taschenlampe wedelten und mit mir sprachen. Mit Worten so, ganz echt, die man sofort im Ohr hatte, ohne sich vorher irgendwo einloggen zu müssen. Sprache, grandiose Erfindung !!!
Schrotthändler ist ein anders Kaliber Zu finden ist er überall, ich weiß nicht wie und vor allem warum, doch so ist es. Dass er auf Auto-Blogs über Katalysatoren philosophiert, leuchtet mir ein. Das er der Gewinner der Waveboard Verlosung ist, kann ich mit ein wenig Neid im Hinterkopf noch verschmerzen. Aber das er auf einer Gesundheitsplattform Ratschläge zur Nachsorge von Schlüsselbeinbrüchen gibt, er, Schrotthändler, von dem ich weiß, dass er überall mitmischt!  Da vergeht mir das Lachen, mal schauen, wo ich ihn in meinen verbleibenden Kurstagen noch antreffe.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen